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Al Andaluz Project - Deus et Diabolus

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Al Andaluz Project - Deus et Diabolus

Artikel-Nr. 99002

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Das Al Andaluz Project ist das Zusammentreffen der Bands L´Ham de Foc aus Spanien und Estampie aus München, die sich bei einem Konzert des L´Ham de Foc Nebenprojekts Aman Aman in München kennen lernten. Das Ergebnis dieser Kooperation, das "Al Andaluz Project" war als Uraufführung am 15. Juli 2006 anlässlich der Landshuter Hofmusiktage und als Live-Mitschnitt im Bayrischen Rundfunk zu hören und liegt nun in einer Aufnahme, die im November 2006 in dem mittelalterlichen Dominikanerkloster La Cartuja in der Nähe von Sevilla entstanden ist, auf CD vor.

Die Begegnung der drei bestimmenden Kulturen des Mittelalters - moslemischer, jüdischer und christlicher Ausprägung - hat bis zum heutigen Tag nichts an Faszination und Brisanz verloren und spiegelt sich im Al Andaluz Project auch in der Zusammensetzung der Musiker wieder. So ist neben Mara Aranda aus Spanien und Sigi Hausen aus München die Marokkanerin Iman Kandoussi zu hören.

Der Hintergrund: Al Andaluz (auch Al-Ándalus) ist der Name, mit dem die omaijadischen Eroberer die iberische Halbinsel bedachten. Das maurisch regierte Spanien war bekannt für Toleranz, Gelehrsamkeit, Wohlstand, Handel und blühendes Kunstschaffen. Menschen muslimischer, jüdischer und christlicher Religion lebten Jahrhunderte lang miteinander und beeinflussten sich gegenseitig. Am Hof eines abendländischen Herrschers wie Alfonso X. „dem Weisen“ von Kastilien versammelten sich Philosophen, Dichter, Künstler und Musiker; eine einzigartige Verschmelzung der verschiedenen Kulturen war die Folge.

Über alle Konfessionsgrenzen hinweg wurde nach philosophischer, wissenschaftlicher und religiöser Wahrheit gesucht. Vielfalt und Ungleichartigkeit stellten dabei kein Problem dar, vielmehr war die gegenseitige Bereicherung willkommen. Das Kalifat Córdoba besaß neunhundert Bäder, Tausende von Moscheen, fließendes Wasser und gut beleuchtete Straßen. Toledo war im 11. Jahrhundert die intellektuelle Hauptstadt Europas geworden, eine christliche Stadt, in der Arabisch die Sprache der Kultur und Gelehrsamkeit blieb. Auf dem Weg über Toledo und seine Übersetzerschulen und Bibliotheken erhielt der Rest Europas Zugang zu den Werken der Antike. Bei genauerem Studium dieser Zeit bleibt der Eindruck, dass das Mittelalter in Al Andaluz in vielen Aspekten eine Zeit des Lichts und nicht der Finsternis war, und dass ein derartiges Ausmaß religiöser und kultureller Verschmelzung in der Folgezeit nie wieder erreicht wurde.

Das neu formierte Al Andaluz Project versucht diese Aspekte von Al Andaluz für die Gegenwart lebendig werden zu lassen. Im Dialog mit den alten Liedern, mit verschiedenen Sprach- und Musikkulturen entsteht ein neues musikalisches Gebilde, eine Vision von Toleranz, wie sie der andalusische Dichter Ibn al-Arabi in einem Gedicht beschrieb:

Mein Herz hat angenommen jegliche Gestalt.
Für Mönche Kloster, den Götzen Tempelbau, dem Pilgerkreis die Ka’ba,
Schrifttafeln für die Thora, Seiten dem Koran.
Wo die Karawane auch hinziehen mag, ist Liebe meine Religion.


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