Spruchgesang und Sachsenspiegel CD

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CD zum Minneturnier auf Burg Falkenstein (Ostharz) im Juli 2009 mit verschiedenen Interpreten


Im nordöstlichen Harzvorland entstand um 1220/35 mit dem „Sachsenspiegel“ das wohl bedeutendste deutschsprachige Rechtsbuch überhaupt. Es beeinflusste im Zusammenhang mit dem Magdeburger Stadtrecht die rechtliche Entwicklung großer Teile Deutschlands und vieler osteuropäischer Länder. Spuren und Grundsätze finden sich in der heutigen Rechtspraxis und im allgemeinen Sprachgebrauch.


Der Legende nach soll der Verfasser, Eike von Repgow, sein Buch auf der Burg Falkenstein im östlichen Harz vollendet haben. Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang mit der Burg: Graf Hoyer II. von Falkenstein förderte offenbar den Spiegler. Gemeinsame urkundliche Erwähnungen und nicht zuletzt ein persönliches Interesse Hoyers im Kampf um die Vogtei über das Stift Quedlinburg untermauern diese Verbindung.


Daneben ist der Sachsenspiegel nicht nur eine wichtige Quelle der Rechtsgeschichte, er stellt auch ein einzigartiges Denkmal der deutschen Sprache dar. Die Verbindung zwischen dem Sachsenspiegel und der – nicht selten politisch motivierten – Spruchdichtung des Hohen Mittelalters vom Spervogel über Walther von der Vogelweide bis hin zu Wizlaw von Rügen stellt keine willkürliche Reihung einzelner Texte dar, sondern bildet eine Verbindung unterschiedlicher Gattungen, die letztendlich Einblick in die politische Dichtung des Hochmittelalters geben. Zitate aus dem Sachsenspiegel werden assoziativ mit Sangsprüchen verbunden, die um eine ähnliche Thematik kreisen. Das Spektrum reicht von Grundsatzfragen wie der Kaiserkrönung, Reichtum und Armut, Gleichheit vor dem Gesetz bis hin zu alltäglichen Dingen wie den Verführungen der "sundegen lust" und der Ahndung des Schadens, den ein Pferd anrichten kann.


Die musikalische Umsetzung der Texte und Melodien des Spruchgesangs sprengt den konventionellen Rahmen meist eher spröde-zurückhaltender Interpretationen. Der Spruchgesang, der im Hochmittelalter eine weit größere Rolle spielte, als unser durch die Sichtweise der Romantik geprägter Blick mit deutlicher Bevorzugung des Minnesangs bislang wahrgenommen hat, verdient und verträgt eine vitale, fantasievolle Umsetzung, die die Inhalte der Texte für den heutigen Hörer erfahrbar macht. Dabei gibt es höchst unterschiedliche Möglichkeiten, das zeigt dieses abwechslungsreiche Album.


Äußerer Anlass der CD-Produktion und des damit einhergehenden 4. Minneturniers auf der Burg Falkenstein im Juli 2009 bildete die erste Erwähnung Eikes von Repgow im Jahre 1209. Dieses Ereignis jährte sich 2009 zum 800. Mal. Eike von Repgow gehört, betrachtet man die Wirkung seines gewaltigen Werkes über Zeit und Raum, zweifellos zu den bedeutendsten Persönlichkeiten, deren Heimat und Wirkungsgebiet auf dem Territorium des heutigen Sachsen-Anhalt liegen. Wir wünschen den Hörern der CD viel Freude bei der Begegnung mit Eike von Repgow und dem Denken seiner Zeit. Dank gilt den Interpreten für ihre inspirierenden Beiträge und Jörg Peukert für seine eindringlichen Rezitationen.


Die Titel der CD:


  1. Vorrede (Sachsenspiegel, Vorreden)  
    Musik: Ordenunge (Hegner, Hoffmann, Blazejewski) 
  2. Wê dir, aremuote! (Spervogel) - Sachsenspiegel Landrecht  
    (Holger Schäfer) 
  3. Aspis ein slang geheissen ist (Konrad v.Würzburg)  
    (Ensemble Lucidarium) 
  4. Dô durch der werlde (Der wilde Alexander)  
    (Triskilian) 
  5. Der kuninc Rudolp (Der Unverzagte) 
    (Musiktheater Dingo) 
  6. Fas et nefas (Carmina Burana)  
    (Die Ungelîchen) 
  7. Sundege lust (Der Meißner)  
    (Christoph Mächler) 
  8. Ich hôrte ein wazzer diezen / Ich saz ûf eime steine (Walther von der Vogelweide) 
    (Hans Hegner) 
  9. Verschamter munt (Friedrich von Sonnenburg) 
    (Ensemble Unicorn) 
  10. Gerhart Atze (Walther von der Vogelweide) 
    (Ougenweide) 
  11. Mammon (Carmina Burana) 
    (Elster Silberflug) 
  12. Von zwein ungelîchen wegen (Mechthild von Magdeburg) 
    (Frank Wunderlich) 
  13. Winder (Konrad von Würzburg) 
    (Ensemble Lucidarium) 
  14. Weh dir, Welt! (Walther von der Vogelweide) 
    (Marcus van Langen) 
  15. Nachrede (Ssp. Ldr. Abschluss) 
    Musik: Ordenunge (Hegner, Hoffmann, Blazejewski) 
  16. Geh deinen Weg (Wizlaw von Rügen) 
    (Dagmar Jahn)


Mitwirkende:

  • Ordenunge (Hegner, Hoffmann, Blazejewski)
  • Holger Schäfer
  • Ensemble Lucidarium
  • Triskilian
  • Musiktheater Dingo
  • Die Ungelîchen
  • Christoph Mächler
  • Hans Hegner
  • Ensemble Unicorn
  • Ougenweide
  • Elster Silberflug
  • Frank Wunderlich
  • Marcus van Langen
  • Dagmar Jahn


 

Bestell-Nr.

99041

FormatAudio-CD
Spieldauer ca. 70:2 min
VerpackungJewelcase








 


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