Minnesangs Frühling - Nibelungenlied CD

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Knud Seckel - Minnesangs Frühling

 

Das Nibelungenlied ist die wichtigste hochmittelalterliche deutsche Version der Nibelungensage, deren Ursprünge bis in das heroische Zeitalter der germanischen Völkerwanderung zurückreichen.

 

Ein historischer Kern der Sage ist die Zerschlagung des Burgunderreiches im Raum von Worms in der Spätantike (um 436) durch den römischen Heermeister Aetius mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen. Im Epos werden auch verschiedene Sagenkreise verschmolzen, für die sich vielfach in norischen Sagen Entsprechungen finden lassen. Hierbei zu nennen ist die fränkische Brünhildsage aus dem frühen 6. Jh. (daraus abgeleitet die Sigurdlieder der Edda), und die Sagenkreise um Siegfried, dem Drachentöter.

 

Überlieferung

Der Text des Nibelungenliedes ist in mehr als 35 Handschriften und Handschriftenfragmenten aus dem 11 Jahrhunden bis zum Anfang des 16. Jahrhundens überliefert. Die Handschriften wurden vorwiegend im südlichen Teil des deutschen Sprachgebietes (Schweiz, Vorarlberg, Tirol) gefunden. Die drei ältesten vollständigen Textzeugen (Haupthandschriften) werden wie folgt bezeichnet:

 

  • A = Hohenems-Münchener Handschrift (letztes Viertel 13 Jh.), in der Bayrischen Staatsbibliothek 
  • B = St.Galier Handschrift (Mitte 13. Jh. oder etwas früher), in der Stiftsbibliothek St.Galien 
  • C = Hohenems-Laßbergische / Donaueschinger Handschrift (zweites Viertel 13 Jh.), seit 2001 in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe

 

Neben den drei Hauptüberlieferungssträngen (A, B und C) wird man auch von einer breiten mündlichen Tradition ausgehen müssen, deren Rückwirkung auf die schriftlichen Fassungen jedoch schwer einzuschätzen ist. Dieser Einspielung liegt die Textfassung der Hs.B zugrunde, die als die älteste gilt.

 

Verfasser und Entstehung

Der Verfasser des Nibelungenliedes nennt sich im Text nicht. Es ist aber offensichtlich die geschlossene Dichtung eines einzigen Autors, das auf schriftlich vorliegende Werke Bezug nimmt und als Original vom Dichter selbst (oder nach seinem Diktat) niedergeschrieben wurde.

 

Die Entstehung des Textes lässt sich durch in ihm vorausgesetzte politische Strukturen und durch Bezüge zur zeitgenössischen Dichtung auf die Jahre 1180 bis 1210 (und damit auf die 'Blütezeit' der mittelhochdeutschen Literatur) eindeutig eingrenzen; Indizien gibt es für eine Entstehung knapp vor 1204. Genauere Ortskenntnis des Verfassers, ein Übergewicht der frühen Überlieferung im südostdeutsch-österreichischen Raum und die augenfällige Hervorhebung des Bischofs von Passau als handelnde Figur machen das Gebiet zwischen Passau und Wien als Entstehungsort wahrscheinlich, insbesondere den Hof des als Mäzen bekannten Wolfger von Erla (Bischof in Passau 1191-1204).

 

Meist geht man heute davon aus, dass der Dichter des Nibelungenliedes ein sowohl geistlich wie literarisch gebildeter Mann im Umkreis des Passauer Bischofshofs war und dass sein Publikum ebenfalls don unter den Klerikern, Nonnen, Kaufleuten und adligen Laien zu suchen ist.

 

Sprache und Gestalt

Das Nibelungenlied ist in sangbaren vierzeiligen Strophen gedichtet (heute als Nibelungenstrophe bezeichnet), deren Melodie sich jedoch nicht rekonstruieren lässt. Diese metrische Form ist ein Charakteristikum der Heldenepik; tritt aber schon vor dem Nibelungenlied in der Lyrik auf, beispielsweise beim 'Kürenberger'. Da keine Melodie für das Epos überliefert ist, liegt der Interpretation die Melodie des jüngeren Hildebrandliedes (16. Jh.) zugrunde. Die gleiche Struktur im Zeilenaufbau eignet sich hervorragend zum Vortrag auch des Nibelungenliedes. Dies ist in in der Forschung mittlerweile allgemein auch anerkannt.

 

Der Kern der Nibelungensage muss 700 Jahre lang durch Epensänger mündlich tradiert worden sein. Dabei entstanden unzählige Varianten der Geschichte; verschiedene Sagenkreise wurden aneinandergeknüpft, Figuren wechselten ihre Rolle. Vor 1200 hatte man anscheinend noch nie eine Umsetzung dieser Sage in eine buchliterarische Form versucht. So weist das Nibelungenlied - als Erstling einer neuen literarischen Tradition - sowohl (inhaltliche) Spuren seiner 'autorlosen' Vorgeschichte wie (sprachliche) Spuren der Dichtersprache der mündlichen Erzählkunst auf; aber zugleich zeigt es Züge des 'großen' antik-historischen Buchepos, an denen sich derVerschriftlichungsprozess sicherlich orientierte.

 

Viele berühmte Szenen der Sage, wie der Drachenkampf Jung-Siegfrieds etwa, tauchen im Nibelungenlied nur in Form von Erwähnungen auf; die ganze Vorgeschichte wird entweder als bekannt vorausgesetzt oder, wahrscheinlicher, zu Gunsten Kriemhilds als Hauptfigur reduziert. Das Lied ist stilistisch von den Ansprüchen des mündlichen Vortrags geprägt, denn Alltagssprache und höfische Sprache mischen sich ebenso, wie bereits damals schon historisches Vokabular und zeitgenössische Begriffe des frühen dreizehnten Jahrhunderts.

 

Zu dieser Einspielung

Dieser Aufnahme des Nibelungenliedes liegt die autornächste Fassung B zugrunde. Da das gesamte Nibelungenlied den Rahmen einer CD-Aufnahme sprengen würde (ca. 20 Stunden), beinhaltet diese Einspielung den gerafften ersten Teil des Nibelungenepos bis zur Versenkung des Nibelungenhortes im Rhein.

 

Der erste Teil beinhaltet die Aventiuren 1 - 19 (Strophen 1 - 1142): die Werbung und Vermählung der beiden königlichen Paare Gunther / Brünhild und Siegfried / Kriemhild, der Streit der beiden Königinnen; Siegfrieds Tod (Plan und Mord) und die Versenkung des Hortes im Rhein.

Die einzelnen Aventiuren sind zum Teil verdichtet um den Fluss heutiger Hörgewohnheit zu erhalten. Erzählende Passagen auf Hochdeutsch wechseln mit Mittelhochdeutsch ab. Das Nibelungenlied wurde gesungen und rezitiert vorgetragen, je nach Inhalt und Dramatik. Dies blieb dem Aufführenden überlassen, der dafür keinerlei Vorgaben hatte.

 

Die Âventiuren:

  1. Âventiure: Kriemhilds Traum 
  2. Âventiure: Von Siegfried 
  3. Âventiure: Siegfried kommt nach Worms 
  4. Âventiure: Der Sachsenkrieg 
  5. Âventiure: Siegfried sieht Kriemhild 
  6. Âventiure: Die Brautfahrt nach Isenland 
  7. Âventiure: Gunther gewinnt Brünhild 
  8. Âventiure: Brünhilds Abschied 
  9. Âventiure: Siegfried kehrt nach Worms zurück 
  10. Âventiure: Brünhild wird zu Worms empfangen 
  11. Âventiure: Siegfried und Kriemhild fahren zurück nach Xanten 
  12. Âventiure: Gunther bittet Siedfried zu einem Fest 
  13. Âventiure: Siegfried und Kriemhild fahren nach Worms 
  14. Âventiure: Der Streit der Königinnen 
  15. Âventiure: Der Verrat Siegfrieds 
  16. Âventiure: Siegfried wird erschlagen 
  17. Âventiure: Siegfried wird beklagt und begraben 
  18. Âventiure: Der Nibelungenhort ... 
  19. Âventiure: ... kommt nach Worms

Mitwirkende:

Knud Seckel: Gesang, gotische Harfe, Symphonia, Langhalslaute, Percussion

 

Knud Seckel (*1966) findet durch Reisen in die verschiedenen musikalischen Kulturen Westeuropas und Nordafrikas Zugang zu den lebendigen Spuren traditioneller Musik. Seit 1986 beschäftigt sich Knud Seckel intensiv mit mittelalterlicher Musik und nimmt Gesangs- und Instrumentalunterricht. (Drehleier bei Valentin Clastrier, Pascal lefeuvre, u.a.). Seine Erfahrung als Sänger und Musiker bringt er in verschiedene Solistenensembles, als Instrumentallehrer und Ensembleleiter ein. Von 1994 bis 2000 studiert er Romanistik, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Heidelberg. Sein Interesse gilt hierbei dem Mittelhochdeutschen und den historischen Sprachen Südwesteuropas, deren Kenntnisse er durch längere Studienaufenthalte In Grenoble (Frankreich) und Sevilla (Spanien) vertieft. Er ist Mitbegründer der Formation,Wildwuchs' im Jahre 1991 und des,Ensemble Trecento' im Jahre 1994. Im gleichen Jahr beginnt die Mitwirkung bei der Gruppe Wünnespil die 2001 endet. Seit 2001 tritt er im Rahmen von Museumsveranstaltungen und Soloevents als Minnesänger und Erzähler auf. Er ist seit 2002 Leiter des Musikensembles 'Minnesangs Fruehling' und im Mai 2003 erscheint seine erste Solo-CD 'ich zöch mir einen falken'. Teilnehmer beim Sängerkrieg auf der Wartburg 2006 und 2007, Doppelsieger beim Minnesängerwettstreit auf Burg Spangenberg 2007 und Burg Falkenstein 2008.



Bestell-Nr.

99033

FormatAudio-CD
Spieldauer ca. 76:43 min
VerpackungJewelcase

 







 


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