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Die Hummel

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Die Hummel

Artikel-Nr. 77019

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Die Hummel (oder Scheitholt, Balk, Hommel, Dulcimer oder Épinette) ist ein jahrhundertealtes Musikinstrument - ein ‘gezupftes Borduninstrument’. Noch vor 150 Jahren waren Hummeln und andere mit ihr verwandte Instru­mente in vielen Teilen Europas und Nordamerikas bei Laien­­musikern weit verbreitet und be­liebt.

Diese Volksmusikinstrumente, die zwischenzeitlich fast in Vergessenheit geraten waren, finden sich heute noch in vielen Magazinen und Archiven von Museen. Von professionellen Musikern oft abfällig als Lumpeninstrumente bezeichnet galten sie manchen als Musikinstrumente des unmusikalischen Volkes.

Die Hummel ist ein einfaches, zitherähnliches Saiten­­instru­ment. Neben den Melodiesaiten besitzt sie frei mit­schwin­gende Begleitsaiten. Diese sogenannten Bordunsaiten erzeu­gen einen charakteristischen summenden, brummenden Grund­ton, der manchen an das Geräusch einer fliegenden Hummel erinnert.

Eine erste schriftliche Erwähnung findet „ein hommel“ im Jahr 1508 als Begleitinstrument bei einer Prozession in Köln. Als ‘Urahn’ gilt das wohl 2500 Jahre alte, nur mit einer einzigen Saite bespannte Monochord, welches im Mittelalter in Kirchen und Klöstern Verbreitung fand. Michael Praetorius beschreibt die Hummel unter der Bezeichnung ‘Scheitholt’ im Jahre 1619 in seinem Buch Syntagma musicum. Scheitholte wurden durch die Jahr­hunderte mit ganz unterschiedlichen Klangkörpern, Besai­tungen und Namen in vielen Gegenden der Welt gebaut.

Mit dem fachkundigen Blick des versierten Instrumenten­bauers und Hummelspielers geht Wilfried Ulrich der Genese und Ausprägung der Hummel im Laufe der Geschichte in verschie­denen Regionen nach. Er rückt damit ein fast vergessenes Volksmusikinstrument wieder ins Bewusstsein, dessen kultur­historische Bedeutung Musik­wissen­schaft und Museen lange unterschätzt haben.

Das vorliegende umfassende und reich illustrierte Buch entstand als Ausstellungskatalog anlässlich der Sonderausstellung „Die Hummel – Geschichte eines Volks­musik­instruments“ im Niedersächsischen Freilicht­museum Cloppenburg im Frühjahr 2011.

Anhand erhaltener Instrumente, Darstellungen und textlicher Quellen erläutert der Autor ausführlich die geschichtliche Entwicklung der Hummel. Sein Blick auf dieses Volksinstrument ist dabei nicht nur musikwissenschaftlich oder ikonografisch, sondern auch von „Kopf, Herz und Hand“ geprägt.

Zahlreiche Fotos und Abbildungen historischer sowie einiger neu gebauter Hummeln aus Ulrichs Sammlung sowie aus verschiedenen Museen und anderen Quellen zeigen die Vielfalt dieser Instrumente und ihres Umfelds und lassen das gut ausgestattete, vierfarbig gedruckte Buch zu einer wahren Fundgrube werden.

Gerade Hobbyinstrumentenbauer dürften sich über die im Anhang aufgeführen Tabellen mit detailgenauen Vermessungs­protokollen von 44 originalen Instrumenten freuen.

Das Buch ist auch in einer englischsprachigen Ausgabe erschienen: The Story of the Hummel


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