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Artikel-Nr. 99050
Das neueste CARA-Album markiert einen wichtigen Abschnitt in der bewegten Bandgeschichte:
Cara wird international. Und wie! Der siebenfache All-Ireland-Champion des irischen Dudelsacks Ryan Murphy aus Cork und die Sängerin, Fiddle- und Piano-Virtuosin Jeana Leslie von den Orkney Inseln verstärken ab sofort die Bandgründer Gudrun Walther (Gesang, Fiddle, diatonisches Akkordeon), Rolf Wagels (Bodhrán) und Jürgen Treyz (Gitarre, Dobro).
Cara hat sich in Deutschland einen hervorragen Ruf als die treibende Kraft der Irish Folk Szene erspielt und hat „Irish Folk Made in Germany“ im Ausland als Qualitätsprodukt etabliert. So wurde Cara im Januar 2010 bei den Irish Music Awards in der Kategorie „Best New Irish Artist“ ausgezeichnet und hat es als erste deutsche Irish Folk Band zu amtlichen Tourneen in den USA (diesen Sommer startet die siebte Tournee durch die Staaten), Irland und UK gebracht. Man spielte sogar im Abendprogramm auf der Hauptbühne des größten Irish Folk Festivals der Welt im amerikanischenMilwaukee! Das Festival wird Jahr für Jahr von 130.000 Fans besucht und die haben Cara — auf irisch „Freund“ — auch so richtig ins Herz geschlossen.
Cara ist inzwischen eine international geachtete Marke, und mit Recht stolz darauf. Mit der neuen Besetzung und CD legt Cara noch eine Schippe drauf und wird zu einem pankeltischen Ensemble. Der CD Name „Long Distance Love“ ( zu deutsch „Fernbeziehung“) ist Programm. Nicht nur die geografische Distanz zwischen den Bandmitgliedern ist gemeint, auch die Liebe zu den Musikstilen verschiedener Länder. Allen voran sind dies natürlich Irland und Schottland, aber auch Einflüsse aus der bretonischen und galizischen Musik, Americana oder der von schottischen Einwanderern geprägten Musik Nova Scotias sind hörbar.
Cara bleiben mit „Long Distance Love“ ihrem bewährten Konzept treu und mischen Traditionals und neue Kompositionen mit ihren eigenen Werken, welche in der internationalen Musikszene bereits viel Lob bekommen haben. Auch auf die ausgefeilten Arrangements, ein weiteres Markenzeichen der Band, für die zumeist Jürgen Treyz und Gudrun Walther verantwortlich zeichnen, können sich die Fans wieder freuen.
Nicht zuletzt die ausgewogene Mischung aus Songs und Instrumentalstücken macht „Long Distance Love“ zu einem runden und abwechslungsreichen Hörgenuss, bei dem keine Ansprüche an keltische Musik unbefriedigt bleiben dürften.
Das umfangreiche Booklet mit viel Hintergrundinformation rundet das hohe Niveau der Aufnahmequalität ab. Mit dieser Produktion hat die Band die Weichen auf eine viel versprechende Zukunft gestellt. Man darf auf die nächsten Irish Music Awards gespannt sein….
Der Cara Sound lebt vom Gesang der beiden Lead-Sängerinnen. Gudruns seidener Alt und Jeanas klarer Sopran sind expressiv in ihren Soli und gänsehautverdächtig in der Zweistimmigkeit. Gesungen wird in drei Sprachen: Englisch, Scots (in Schottland gesprochener starker englischer Dialekt) und schottisches Gälisch.
Weiterhin hervorzuheben sind die Instrumentalstücke, die vor allem vom rasanten Zusammenspiel Ryans und Gudruns auf ihren Hauptinstrumenten Pipes und Fiddle leben. Weitere klangliche Akzente werden von Ryans irischer Holzquerflöte und diversen Whistles, Jeanas schottisch gefärbtem Fiddle-Spiel und Gudruns diatonischem Akkordeon gesetzt.
Das rhythmische Rückgrat bilden Jürgens meisterhaftes Gitarrenspiel und Rolfs beeindruckende Beherrschung der Bodhrán, einer irischen Rahmentrommel, die an Klangvielfalt bei so manchem Track einem Drumkit das Wasser reichen kann. Harmonisch liefern Klavier und Gitarre eine reichhaltigen, abwechslungsreichen Unterbau, welcher den Boden bereitet für Glanzpunkte, die Jürgen mit Mandola und seinem geliebten Dobro setzt.
Besonders schön und eigenständig sind die Riffs, die die Band als Überleitung zwischen einzelnen Liedversen und Übergängen bei den Tunes geschaffen hat. Nicht umsonst wird Cara von vielen Musikerkollegen bereits heute als stilprägend angesehen.
Bei dem Album Namen „Long Distance Love“ geht einem aber auch noch etwas ganz anderes durch den Kopf: Es waren die Irish Folk Musiker, die Mitte der Siebziger Jahre nach Deutschland kamen und eine Welle der Begeisterung für keltische Musik auslösten. Sie haben deutsche Musiker begeistert und angeregt, nach deren eigenen Wurzeln zu suchen. Ohne diese Inspiration von außen wäre eine Deutsch-Folk-Bewegung und eine Weltmusikszene nicht so schnell auf die Beine gekommen.
Jetzt - vierzig Jahre später - ist die Saat aufgegangen und es ist eine junge Generation in Deutschland am Werk, die auf eine kompetente und eigenständige Art und Weise dieses Erbe interpretiert und in die Welt hinausträgt. Gute Musik kennt eben keine Grenzen! Cara ist ein tolles Beispiel dafür. Wer gerade „Long Distance Love“ in den Händen hält, ist an einem Punkt angelangt, der gerne in englisch sprechenden Ländern als „full circle“ bezeichnet wird.
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